#1 Winkler Direkt

WINKLER DIREKT #7 Spannende Entscheidungen in Linz

Die Ausschreibungsfrist für die Nachfolge Frey im Brucknerhaus ist vorbei. 42 Kandidaten haben sich gemeldet.
So weit, so statistisch.

Man darf auf die Hearing Kommission gespannt sein. Ist ein internationaler Experte mit von der Partie, oder sind es nur die Ja-Sager der Politik, denen die Ahnungslosigkeit bei dieser Frage gemein ist? Jedenfalls ist Eile geboten. Frey wir sich mehr und mehr in Richtung Sotchi geistig verabschieden und die nächste Saison wäre anzudenken. Ohnehin schon reichlich spät.

Letztlich darf man auf die Entscheidung an sich gespannt sein.
Es sollte ein Kandidat oder eine Kandidatin sein, die bereit ist den Kampf um eine Linzer Kulturpolitik, den Kampf um das Brucknerhaus aufzunehmen. Das Brucknerfest muss neu strukturiert werden, auch unter Verlust des Namens „Bruckner“ und mit der Betonung von „Linz“ als Stadt der Kultur: wie Bayreuth, Salzburg, Wien, Erl und fast alle anderen Festspiele.
Die Nähe zum Datum des Geburtstages von Anton Bruckner ist längst veraltete Attitude, die kaum jemandem noch bewusst ist. Mit anderen Worten, sie, diese Nähe, ist schon lange überflüssig, zumal der Zeitpunkt denkbar schlecht geworden ist. Die Welt hat sich gedreht.
Und die Klangwolke leidet an altersbedingter, inhaltlicher Auszehrung bis hin zum Werbespot für eine Bank im vergangenen Jahr. Nicht abschaffen eines solchen Ereignisses für Linz kann der Gedanke sein, sondern neu denken wäre ganz dienlich.
Gehirnschmalz und Kreativität sind gefragt.

Mit anderen Worten, eine Riesenaufgabe für die nächste Zukunft. Die Entscheidung, ob man die 6. Oder 7. Symphonie in einem Konzert spielen soll ist wenigstens nur drittrangig.

Die Ausschreibung für die Leitung des Lentos sehe ich entspannter. Schon lange arbeiten hier Expertinnen mit Stella Rollig zusammen, die absolut in der Lage sind das Haus bis zu einer Entscheidung weiterzuführen

Schreibe einen Kommentar