Musikbusiness: Ziele erreichen

Das Gefühl die eigene künstlerische Integrität zu gefährden, hindert viele Musiker daran sich mit der praktischen Seite des Musikbusiness auseinander zu setzen. Ein Umdenken ist hier erforderlich, denn es gilt den künstlerischen Zielen den gleichen Wert beizumessen, wie den künstlerischen Idealen. Vielmehr: je besser die geschäftliche Seite organisiert ist, desto mehr Freiheit bleibt für die Kunst. Diese Artikelserie wendet sich an Künstler ohne professionelle Agentur aus den Bereichen Klassik, Jazz und Avantgarde. Sie befasst sich mit den Prinzipien des Selbstmanagement und der Selbstpromotion und will simple und vor allem kostengünstige Strategien vorstellen, die es dem Künstler erleichtern sollen, im Markt Fuss zu fassen. 1. Ziele definieren: Im Grunde genommen ist ein Karriereplan nichts anderes als eine Sammlung von Wünschen, Träumen und Visionen, die mit einem Terminplan und einer Umsetzungstaktik versehen wurden. Der schriftlich niedergelegte Plan ist ein Versprechen – ein Schuldschein, ausgestellt an sich selbst. Er wird kontinuierlich überprüft und angepasst und hilft als Leitlinie zum Ziel. a. Ziele formulieren Das SMART Prinzip (Specific, Measurable, Achievable, Realistic, Timely Specific – spezifisch, konkret Measurable – messbar Achievable – mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar Realistic – realistisch Timely – zeitlich gebunden unzureichend formuliert: Ich werde berühmt. gut formuliert: In 5 Jahren werde ich den Grammy für das „best contemporary Jazz Album“ gewinnen. b. Tiefstapelei Bei Ihrer Ressourcenplanung sollten Sie die Ressource „Fähigkeiten“ NICHT einbeziehen. Das Gehirn ist das Resultat seiner Benutzung und folglich können Fähigkeiten erlernt werden. Unter keinen Umständen sollten Sie Ihre Intelligenz als fixe Grösse betrachten. Ihre geistigen Fähigkeiten sind durch Training erweiterbar und sollten für Sie keine gedanklichen Limits darstellen. c. Hochstapelei Bei Ihrer Zielfindung sollten Sie sich nicht von Rachegelüsten und Animositäten leiten lassen. Ihr Leben ist zu schade um sich davon in eine bestimmte Richtung drängen zu lassen. Sie müssen weder die Ziele Ihrer Freunde oder Verwandten übernehmen, noch die Ihrer Feinde. Finden Sie Ihre ganz persönlichen Ziele. d. Reality Check: Stellen Sie nun Ihre Ziele Ihren persönlichen Wertvorstellungen gegenüber. Gleichen Sie ab, ob Sie bereit sind die Hürden, die Sie bereits jetzt absehen können, auch nehmen wollen. “Ich will ein gefeierter Live-Künstler sein.” vs. “Ich will meinen Kindern jeden Abend einen gute Nacht Kuss geben.” Abschließend möchte ich kurz anmerken, dass Ziele meiner Meinung nach nicht „zu realistisch“ sein dürfen, denn wo wäre dann die grosse Befriedigung, wenn man sie erreicht hat und um es mit George Bernard Shaw zu sagen: “Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab.”

Schreibe einen Kommentar