Liedertafel Frohsinn (Sängerbund Frohsinn)

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Pfarrplatz 10, 4020 Linz, Austria

GPS

48.3068933, 14.289587


Anton Bruckner tauschte 1855 im Alter von 31 Jahren den Posten des Abteiorganisten aus St. Florian gegen den des Domorganisten aus Linz aus, zog in eine kleine Wohnung im sogenannten Mesnerhaus am Pfarrplatz 2 und arbeitete ab 1856 bis 1868 in verschiedenen Funktionen in der “Fröhlichkeit”.

Er trat dem Verein 1856 als Vollmitglied bei und wurde dem zweiten Tenor zugeteilt. Im selben Jahr wählte ihn die Generalversammlung zum zweiten Archivar, damit er sich die verschiedenen verfügbaren Noten ansehen konnte. 1868 musste er den Vorstand auffordern, ihn wegen chronischer Heiserkeit und zunehmendem Husten zu den unterstützenden Mitgliedern zu zählen. Am 7. November 1860 wurde er von der Generalversammlung zum ersten Chorleiter gewählt. Im Frühherbst 1861 gab er sein Amt “wegen zu schlimmer Beleidigung” auf – von welcher Seite unbekannt. Am 15. Januar 1868 wurde Bruckner erneut einstimmig in einer Generalversammlung zum Chorleiter gewählt, die auch Richard Wagner zum Ehrenmitglied ernannte. Dank und in Anerkennung von Bruckners künstlerischer Arbeit verließ Wagner den “Frohsinn”, den Schlusschor des “Meistersinger von Nürnberg”, zur Uraufführung, die am 4. April 1868 unter Bruckners Leitung im Linzer Redoutensaal zum brillantesten Konzert führte. 11 Wochen vor der Premiere des gesamten Musikdramas in München. Im Herbst 1868 musste sich der Meister endgültig vom Verein trennen, um seine neuen Positionen in Wien als Professor am Konservatorium und Organist des k.k. Hofkapelle zu können. Die “Fröhlichkeit” machte ihn zum Ehrenmitglied. Zum letzten Mal dirigierte Bruckner bei einem Gedenkkonzert am 28. Oktober 1877 in St. Florian die Männerchöre der “Frohsinns” und des “Sängerbundes”. Bei Bruckners Beerdigung in St. Florian am 15. Oktober 1896 sangen alle “Frohsinn” -Mitglieder den Chor “Wie gesegnet sind die Toten” von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Während seiner Zeit als Chorleiter des Vereins dirigierte Bruckner sehr erfolgreich mehrere große Konzerte in Linz, aber auch außerhalb in Krems und Nürnberg. 12 Chorkompositionen gewidmet und aktiv an Reisen und Geselligkeit beteiligt, die zu dieser Zeit weit über das hinausgingen, was heute üblich ist. Zusammenfassend können wir stolz auf die enge Verbindung des großen Komponisten, geselligen Dirigenten und Sängers Anton Bruckner mit der “Fröhlichkeit” zurückblicken, die einen sehr wichtigen Teil der Vereinsgeschichte darstellt.

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