Audiorestauration Teil 2

Im zweiten Teil wollen wir die richtige  Signalkette  für unser Audiomaterial auswählen. Basis für diese Entscheidung ist das Format des Sourcematerials, sowie  der  Grad der akustischen Verschmutzung. Liegt unser Material auf einem digitalen Tonträger (z.B. DAT, CD usw.) vor,  ist es am Einfachsten, wenn wir das Abspielgerät mit dem Digitaleingang einer Audioworkstation verbinden und das Audiomaterial überspielen. Hier sollten wir kurz in die Thematik der Auflösung des Audiomaterials abschweifen. Die oben angeführten Formate haben den Nachteil, dass sie keine hohe digitale Auflösung des Audiomaterials aufweisen. Für die sehr feinen Bearbeitungen, die wir im Rahmen der Restauration vorhaben, wäre eine höhere Auflösung wünschenswert. Genau wie beim Mastering gilt hier die Regel, je höher die Auflösung des Ausgangsmaterials ist, desto genauer können die nachfolgenden Prozesse erledigt werden.  Bekommt man das Material nicht in befriedigend hoher Auflösung, kann man das Material in eine höhere Auflösung wandeln. Man bekommt durch diesen Vorgang natürlich nicht mehr Informationen, ist aber für die weitere Bearbeitung besser gerüstet. Vorsicht! Ich würde diesen, auch Upscaling genannten Prozess nicht mit einem der gängigen Standardaudioprodukten  erledigen. Speziell die gängigen Sequenzerprogramme  haben so ihre Probleme mit diesem Vorgang. Für diese Aufgabe gibt es Spezialsoftware wie z.B. Saracon (Weiss), SRC (Izotope),  r8brain (Voxengo) und der Audioeditor Bias Peak, die machen hier einen deutlich besseren Job. Eine andere, schnellere aber auch deutlich teurere Möglichkeit, wäre, die Restauration mittels eines digitalen Hardware-Prozessors quasi in Realtime bei einem Überspielvorgang zu erledigen. Diese Prozessoren kosten einige Tausend Euro und gehören daher nicht zur Ausrüstung allzuvieler Studios. Als Beispiele muss man hier den DNA1 (Weiss) und verschiedene Produkte der Fa. Cedar anführen. Schwieriger in jedem Fall wird es, wenn unser Startmaterial in analoger Form vorliegt (Audiocassette, Tonband, Schallplatte usw.). Hier hört man schon beim Lesen das Rauschen und die Knackser die uns durch die digitale Abspieltechnik größtenteils abhanden gekommen sind. Doch haben wir gleich auch einen Vorteil an der Hand. Wenn wir uns dazu entschließen, das analoge Signal für die Nachbearbeitung zu digitalisieren, haben wir es in der Hand, in welcher Qualitätsstufe wir das erledigen wollen und können. Zentrales Gerät für dieses Vorhaben ist, wie der Fachmann richtig vermutet, der AD-Wandler (analog-digital Wandler). In diesem Gerät wird erfahrungsgemäß am öftesten der gute Sound ermordet. Grundlage einer seriösen Audiorestauration von analog vorliegendem Material ist der AD_WAndler. Hier seien folgende Kandidaten verewigt: ADC2 (Weiss), Dream AD2/Orpheus (PrismSound), Aurora (Lynx), Symphonie (Apogee). Bei den angeführten Produkten handelt es sich wiederum um die Oberklasse, aber man kann sichergehen, dass das Audiomaterial ohne wesentliche Einbußen in der Stereobreite oder der Tiefenstaffelung in die Digitalwelt gewandelt wird.

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